Sin Nombre – der Film ist ein 2009 erschienener Spielfilm, der von den USA und Mexiko produziert wurde. Sin Nombre ist außerdem das Spielfilmdebüt von Cary Joji Fukunaga. Seit 2014 führt er Regie bei der Fernsehserie „True Detective“. Sin Nombre verstrickt in einer an eine Dokumentation erinnernder Weise die Flucht von Südamerikanern ins vermeintliche Paradies USA und deren Gefahren auf dem Weg. Darüber gibt der Spielfilm auch Einblick in den Alltag der in Mexiko aufgrund von Perspektivlosigkeit weit verbreiteten Jungendgangs und verwebt beide Handlungsstränge geschickt über eine Liebesgeschichte miteinander.

Das gelobte Land USAHoracio und sein Bruder Orlando haben genug von ihrem erbärmlichen Leben in Honduras. Sie wollen es anderen Familienmitgliedern nachmachen und treten den gefährlichen Weg Richtung USA an, der sie zunächst auch in das gefährliche Mexiko führen wird. Als Fortbewegungsmittel dienen dabei die zahlreichen Güterzüge, auf deren Dächern auch viele andere Flüchtlinge schwarz mitreisen. Orlando nimmt auch seine hübsche Tochter Sayra mit, um auch ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Mit der Überquerung eines Flusses beginnt ihre beschwerliche und gefährliche Reise.

Mara Salvatrucha – gefürchtet und begehrenswert zugleich

Zur selben Zeit in einer mexikanischen Grenzstadt zu Honduras steht der junge Smiley kurz vor seinem Aufnahmeritual in die berüchtigte und brutale Gang Mara Salvatrucha, kurz MS 13. In die Gang eingeführt wird er von Casper, der eigentlich Willy heißt, und das Ritual ebenfalls vor sich hat. Dabei müssen sich die beiden 13 Sekunden von den anderen Gangmitgliedern verprügeln lassen – ohne sich zu wehren. Außerdem wird der beinahe noch naiv kindlich wirkende Smiley aufgefordert, einen Gefangenen einer anderen Jugendgang, der Mara 18, zu töten. Der wollte dem Gangleben entkommen und ist dabei durch das Territorium der MS 13 geflohen – und gefangen geworden.

Casper sucht eigentlich nach einem Ausweg aus diesem tristen Leben

Smiley zögert zunächst, den um sein Leben flehenden Jugendlichen zu erschießen, doch völlig regungslos erhält er dann Hilfe von Casper. Smiley ist richtig stolz auf sich, denn für ihn bedeutet die MS 13 einfach alles. Casper macht sich unterdessen auf zu seiner Freundin, Martha. Weil ihm bewusst ist, dass die Gang für das Mädchen gefährlich sein könnte, hält er die Beziehung geheim. Trotzdem kommt ihm sein Gangführer Lil Mago irgendwann auf die Schliche, obwohl er den zunächst belügt. Im weiteren Verlauf trifft Casper ausgerechnet mit Martha auf ein weiteres Gangmitglied, sodass auch seine Freundin nun endgültig von der MS 13 erfährt. Obwohl Casper sie davon abhalten will, ist sie fest entschlossen, einem bald anberaumten Treffen beizuwohnen.

Martha kommt zu Tode, dafür kann Casper Sayra beschützen

Hierbei muss sich Casper wieder Schläge gefallen lassen. Dieses Mal als Strafe dafür, seinen Boss angelogen zu haben. Außerdem ist es Lil Mago, der Martha nun von hier wegbringen will. Sein Ziel ist es, sie zu vergewaltigen. Martha jedoch wehrt sich und kommt bei dem anschließenden Kampf zu Tode. Unterdessen nähern sich die Güterwaggons der mexikanischen Stadt, auf denen Sayra und ihr Vater ausharren. Lil Mago, Casper und auch Smiley machen sich auf, die ankommenden Flüchtlinge auszurauben. Nun aber versucht Lil Mago auch, Sayra zu vergewaltigen. Der im Grunde ehrenhafte Casper kann das nicht zulassen und erschlägt seinen Anführer kurzerhand mit einer Machete.

Sayra und Casper – haben Sie eine Chance auf ein besseres gemeinsames Leben?

Smiley unterschätzt er und will ihn sogar schützen, indem er ihn vom Zug schickt. Doch diese gutmütige Entscheidung soll sich noch bitter rächen. Unterdessen kommen sich jedoch Sayra und Casper näher. Ob sie ihren Plan umsetzen können, um gemeinsam in den USA glücklich zu werden? Der Regisseur Fukunaga hat in einem Mix aus vermeintlicher Doku, Roadmovie und am Rande auch mit einer politischen Botschaft gegen die Verhältnisse südlich der USA ein Filmwerk geschaffen, das Einblick in die Weltanschauungen unterschiedlicher Menschen gibt, die allesamt Brutalität und Armut ausgesetzt sind, und sich entweder damit arrangiert haben oder daraus entkommen wollen.