Komödien

Salto für Anfänger – der Film

poster_lg01„Salto für Anfänger“ ist ein schwedischer Film aus dem Jahr 2007. Die Tragikomödie des Regisseurs Hannes Holm zeigt den Versuch einer charmanten aber doch zum Teil bemitleidenswerten Schauspielerin, doch noch irgendwie ihre großen Träume – privat und beruflich – zu erreichen. Mit einem Augenzwinkern zeigt der Film dabei, dass in manchen Situationen zwar alle Mittel recht sein und erfolgsversprechend sein können, letztlich aber meist doch eher das Gegenteil bewirken. Dadurch ist die Geschichte durch ihre Moral des Falls auf den Boden der Tatsachen auch ein erhobener Zeigefinger für alle, die manchmal einfach zu viel wollen und sich nicht bewusst sind, was sie eigentlich bereits haben.

Eigentlich nur eine klitzekleine Lüge

Bella Eklöf (Martina Haag) ist Schauspielerin – und das ist per se auch das einzig positive in ihrem Leben. Denn zwar hat sie große Träume und Sehnsüchte aber eben keinen Erfolg. Mit knapp 40 Jahren ist sie allenfalls mit Rollen für Werbespots beschäftigt und ansonsten kaum gefragt, daher natürlich chronisch pleite keineswegs zufrieden. Was das alles noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass sie außerdem allein ist. Ihr fehlt der Prinz für den Traum, den sie nicht lebt. Da ihr Leben also nicht so aufregend ist, wie sie es gern hätte, nimmt sie sich stattdessen zumindest ihren Lebenslauf vor und bessert ihn mit einer kleinen aber entscheidenden Lüge auf. Dank ihres somit neu „gewonnenen“ Talents, der Akrobatik, winkt ihr nun tatsächlich eine große Rolle. Ausgerechnet Star-Regisseur Ingmar Bergman will die glücklose Schauspielerin für das Theaterstück „Was Ihr Wollt“ von Shakespeare. Bella, die auf dem Regisseur auf die Frage, ob sie denn solch Disziplinen wie Wandsalto vollführen könne, ganz nonchalant antwortet „Kein Problem!“, ergattert auf diese Weise sogar die Hauptrolle der Viola.

Bauchlandung statt Salto

Dass Bella für Sport jedoch noch nie viel übrig hatte und auch ihre Freundin Kajsa (Ellen Mattson) sie zur Ehrlichkeit mahnt, ignoriert sie gekonnt. Das bisschen Turnerei wird sie dann schon hinbekommen und bis dahin wird ihr auch in den Proben schon etwas einfallen, immerhin ist sie ja auch Schauspielerin. Außerdem kann sie gar nicht anders, als weiterzumachen, denn plötzlich begegnet sie im Theaterhaus auch noch dem Starschauspieler Micke (Nikolaj Coster-Waldau, bekannt aus „Game of Thrones“) und erregt sein Interesse. Also wird kurzerhand der exzentrische Akrobat Voltaire engagiert, der ihr die nötigen Kunststücke beibringen soll. Das allerdings braucht Zeit, während an anderer Stelle die Proben vorangehen und Bella allmählich zeigen muss, was sie kann. Klar, dass das alles letztlich nur in einem Schlamassel und der vermeintliche Salto als Bauchlandung enden kann und so offenbart sich Bella auf denkbar unangenehme Weise die Moral, dass sie sich endlich ihrer eigenen Stärken klarwerden muss, um doch noch das Happy End für ihre ganz eigene Darbietung zu bekommen.

Kritik zum Film

Martina Haag ist nicht nur die Hauptdarstellerin des Films, sondern sogar die Autorin des Buches, welches als Vorlage diente. Daher hat sie auch am Drehbuch fleißig mitgeschrieben und konnte die Rolle der Bella bestens ausfüllen. Am Ende ist es eine heitere Komödie, die zudem auch die Mitleidskarte geschickt ausspielt. Es ist der charmanten, liebevollen und verträumten Hauptprotagonistin zu verdanken, dass der Zuschauer beinahe gar nicht anders kann, als ihr gedanklich das Händchen zu halten und bis zum Schluss zu hoffen, dass sich doch noch alles in Wohlgefallen auflöst. Die menschlichen Schwächen und vor allem natürlich die entscheidende, kleine Lüge, derer sich Schauspielerin Bella bedient, spielen dafür natürlich eine entscheidende Rolle.

Der Trailer zum Film

Agent Ranjid – der Film

agent-ranjid-filmposter„Agent Ranjid rettet die Welt“ ist eine deutsche Filmkomödie, die 2012 in die deutschen Kinos kam und Kaya Yanar in de rHauptrolle zeigt. Regie führte Michael Karen, während mit Christian Becker („Wickie und die starken Männer“) ein namhafter Produzent am Werk war. James Bond aus Bollywood – so oder so ähnlich lässt sich wohl Agent Ranjid beschreiben.

Der Film erzählt die skurrile und aberwitzige Geschichte eines offensichtlich indisch stämmigen Putzmannes, der aufgrund einiger Zufälle plötzlich zum Geheimagenten berufen wird. Zu allem Überfluss ist sein Auftrag nichts Geringeres als die Rettung der Welt. Der erfolgreiche Abschluss dieser Mission hängt natürlich von einigen schrulligen Charakteren und nicht zuletzt auch von einer Reihe von Gags und Slapstickeinlagen ab, die derweil beim Zuschauer für die nötigen Lacher sorgen.

(mehr …)

L’auberge rouge – der Film (die rote Herberge)

lauberge-rougeVon der Auberge Rouge, also der Roten Herberge, einem eben solchen Etablissement in Frankreich, heißt es, dass dort zu Beginn des 19. Jahrhunderts über fünfzig Reisende von den Wirtsleuten ausgeraubt und umgebracht wurden. Soweit so grausam aber auch so wahr. Diese historische Begebenheit ist auch der Inhalt der mittlerweile vier Verfilmungen mit gleichem Namen. Dabei wird der Fall jedoch keineswegs als Horrorgeschichte oder dergleichen dargestellt. Vielmehr Ist „L’auberge rouge“ eine Komödie der schwärzesten Art, von deren Qualität allein schon die immense Kritik konservativer Kreise an der Version von 1951 zeugt.

Brutal komisch mit einer Menge Satire

Der Priester Canus und sein geschätzter Kollege Priesteranwärter Octave befinden sich auf dem Weg zu einem Kloster. Aufgrund des schlechten Wetters finden die beiden Zuflucht in einer Kutsche und müssen wegen des Unwetters schließlich die besagte Rote Herberge aufsuchen, mitsamt der neuen Gesellschaft: einem jungen Paar, der kratzbürstigen Schwiegermutter, einem Schneider, einem Anwalt, einem Holzfäller und schließlich Matilde. Diese ist die Tochter der Herbergsleute Pierre und Rose Martin, welche ihrerseits gerade damit beschäftigt sind, den letzten Gesagt zu Wurst zu verarbeiten. Die Wirtsfamilie ist nämlich eine geradezu ausgekochte Bande, verarbeiten sie doch ahnungslose Gäste in die Speisen, welche wiederum als Henkersmahlzeit für zukünftige Touristen aufgetischt werden. Somit werden die neuen Besucher natürlich herzlichst aufgenommen, wenngleich dies der letzte Streich vor dem verdienten Ruhestand sein soll. Jedoch muss eine solche Schar an Gästen erst einmal in mundgerechte Häppchen verarbeitet werden. Da das Zeit in Anspruch nimmt, muss deren Weiterreise verhindert werden. Dies glückt, da die meisten in durch das nötige Mittel in Schlaf bzw. Octave mit Matilde in Beischlaf verfallen. Priester Canus hingegen nimmt Madame Martin kurzerhand die Beichte ab und wird so zum Mitwisser, der dank Schweigegelübde die anderen nicht warnen kann. Da bleiben ihm nur verzweifelte Rettungsversuche. Verzweifelt deswegen, weil Beichtgeheimnis klare Worte und schnarchende oder kopulierende Opfer zielführende Taten verhindern. Letztlich kann nur das zufällige Auftauchen zweier Gesetzeshüter das große Schlachtfest verhindern. Dass dies jedoch kein Happy End bedeutet, passt letztlich perfekt zur bösen Satire.

(mehr …)

nach oben