Drama

Der Junge mit dem Fahrrad

der-junge-mit-dem-fahrrard„Der Junge mit dem Fahrrad“ ist ein soziales Filmdrama, das 2011 in einer belgischen, italienischen und französischen Koproduktion entstand. Regie führten die beiden belgischen Brüder Luc und Jean-Pierre Dardenne. Die haben sich bereits in der Vergangenheit mit zumeist düsteren und aussichtslosen Sozialdramen bereits einen Namen gemacht. Doch mit „Der Junge mit dem Fahrrad“ zeigen sie nun auf, dass es das Leben auch einmal gut meinen kann.

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Cyril wird von seinem Vater in ein Kinderheim gebracht – angeblich nur für einen MonatGuy Catoul (Jérémie Renier) schafft es kaum, sein Leben in den Griff zu bekommen. So beschließt er, seinen 11-jährigen Sohn Cyril (Thomas Doret) in ein Kinderheim abzuschieben. Allerdings bringt er nicht den Mut auf, seinem Sohn zu erklären, dass das ein endgültiger Abschied sein soll. Vielmehr verspricht er Cyril, ihn nach einem Monat wieder abzuholen. Tatsächlich wartet der Junge sehnsüchtig auf diesen Tag. Als die Zeit um ist, will er seinen Vater anrufen, doch plötzlich funktioniert die alte Telefonnummer nicht mehr.

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Inside America

„Inside America“ ist ein österreichischer Film von Barbara Eder aus dem Jahr 2010, welcher mit dem Spezialpreis der Jury beim 32. Max Ophüls Filmfestival ausgezeichnet wurde. Es ist insgesamt eine seltene Mischung aus Drama und Semi-Dokumentation. Hauptsächlich von 6 Laiendarstellern wird der Alltag von amerikanischen Teenagern im Ort Brownsville in Texas nahe der Grenze zu Mexiko dargestellt.

Auf diese Weise offenbart der Film eine schonungslose Sichtweise auf den vermeintlichen Amerikanischen Traum, der hier der bitteren Realität in Form von kokainsüchtigen Cheerleadern, patriotischen Waffennarren, skrupellosen Jugendgangs und verzweifelt heiratswilligen Mexikanerinnen gegenübersteht. Wie so oft wird damit eine selten gezeigte aber schlichtweg reale Randerscheinung der US-amerikanischen Gesellschaft aufgezeigt.

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Freischwimmer – der Film

„Freischwimmer“ ist eine deutsche Produktion aus dem Jahr 2007 unter der Regie von Andreas Kleinert. Es ist insgesamt ein Zusammenspiel von Drama, Thriller und Jugendfilm. Es wird die schon oft erzählte Grundidee des jungen Außenseiters auf eine Art und Weise umgesetzt, die letztlich doch eher die Gesellschaft, welche um den vermeintlichen Sonderling herum besteht, als alles andere als normal darstellt. Inszeniert im kleinen Rahmen einer deutschen Provinzstadt, ergibt sich insgesamt eine Geschichte, die es dem Zuschauer bis zuletzt schwer macht, sich mit einer der handelnden Charaktere zu identifizieren oder überhaupt deren Verhalten genauer zu deuten und dadurch die Frage zu beantworten, wer hier der Gute oder der Böse ist.

Keine Kleinstadt wie jede Andere

Es herrscht scheinbar eine heile Welt in einer provinziellen Kleinstadt irgendwo in Deutschland. Man grüßt sich freundlich und jeder geht von morgens bis nachmittags seinem alltäglichen Beruf nach. Doch die Oberfläche fängt schnell an zu bröckeln und man erkennt dann doch recht schnell das oft bemühte Jugenddrama: Rico Bartsch (Frederick Lau, bekannt aus Die Welle) ist 15 Jahre alt, Schüler am Kafka-Gymnasium und der klassische Außenseiter. Wegen eines schweren Hörfehlers ist er auf ein Hörgerät angewiesen und – wie soll es anders sein – Sport ist keineswegs sein bestes Fach. Von Mitschülern wird er daher gehänselt. Beim Schwimmen wird er von Robert Greiner (Philipp Danne) geschlagen. Dieser ist das genaue Gegenteil von Rico: sportlich, attraktiv und außerdem mit der heimlich umschwärmten Regine zusammen. Auch nach der Schule hört für Rico das unliebsame Leben nicht auf. Der alkoholsüchtige Vater kam einst bei einem Unfall durch Ertrinken ums Leben, was Rico mit ansehen musste, während auch die Mutter und der neue Freund tatenlos zusahen. Der neue Freund ist zu allem übel auch noch der Sportlehrer. Eine seltsame Wendung erfährt das Leben des jungen Außenseiters plötzlich, als sich an dessen Spind in einem Beutel ein vergiftetes Eclair befindet. Bevor er dies jedoch essen kann, schnappt Robert es sich einfach und kommt damit überraschend zu Tode. Rico ist einerseits geradezu froh darüber, doch bleibt nun aus Vorsicht der Schule fern.

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Wüstenblume – der Film

wuestenblume-filmposter„Wüstenblume“ ist ein Spielfilm und Drama aus dem Jahr 2009 und eine Co-Produktion deutscher, österreichischer und französischer Filminstitute. Regie führt Sherry Hormann. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman und Weltbestseller von Waris Dirie und stellt somit deren Lebensgeschichte dar, wie sie als Mädchen in Somalia in einem Nomadenvolk aufwuchs, mit 13 Jahren vor einer Zwangshochzeit floh und letztlich per Entdeckung zu einem weltweit erfolgreichen Model avancierte. Zudem schildert der Film auch das Trauma, das Waris Dirie als Kleinkind ebenso wie viele andere erlitt, als bei ihr die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung vollzogen wurde. Nicht zuletzt deswegen ist die Geschichte nicht nur ein Spielfilm bzw. Drama, sondern auch dokumentarisch und als Anklage an Missstände zu verstehen.

Der lange Weg aus der Wüste

Der Film beginnt mit dem Tag der Flucht der Frau somalischer Herkunft namens Waris Dirie (Liya Kebede) aus der somalischen Botschaft in London. Die bisherige Lebensgeschichte der hageren Frau wird fortan in Rückblenden geschildert. Somit erfährt man, woher sie eigentlich kommt. Geboren wurde sie in der Wüste Afrikas und wächst unter schwierigen Bedingungen inmitten ihrer Familie und der Gesellschaft von Nomaden auf. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Bereits als kleines Mädchen wenige Jahre nach ihrer Geburt wird sie Opfer der traditionellen weiblichen Genitalverstümmelung, ein Trauma, dass sie ihr Leben lang beschäftigen sollte. Mit 13 Jahren soll Waris schließlich an einen sehr viel älteren Mann zwangsverheiratet werden. Dieser Bestimmung und dem Willen ihres Vaters entfliehend, kämpft sie sich durch die Wüste und erreicht schließlich die somalische Hauptstadt Mogadischu. Dort findet sie Zuflucht bei der Familie ihrer Mutter, durch die sie sogar eine Anstellung als Dienstmädchen in der somalischen Botschaft in London. Zwar darf sie dort über Jahre hinweg das Haus nicht verlassen, doch scheint sie zumindest in Sicherheit. Dies ändert sich, als die Botschaft aufgrund der Kriegsverhältnisse in Somalia geräumt werden muss. Abermals entscheidet sich Waris zur Flucht in die Londoner Metropole.

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Die Fremde – der Film

die-fremde„Die Fremde“ ist ein Drama aus dem Jahr 2010. Erzählt wird die Geschichte einer deutsch-türkischen Frau, die gemeinsam mit ihrem Sohn dem unerträglichen Zusammenleben mit ihrem gewalttätigen Mann entflieht und Zuflucht bei der eigenen Familie sucht. Auf diese Weise offenbart der Film, an welche Grenzen eine Frau mit solch einem Schicksal beinahe zwangsweise stößt und wie eine Familie jener Gesellschaft dem Druck der Gemeinde unterliegt. Die österreichische Regisseurin Feo Aladag, die ebenfalls das Drehbuch schrieb, inszeniert so den Kampf einer auf sich allein gestellten Mutter gegen traditionelle Werte und Konventionen, welche selbst die eigentlich vorhandene Liebe der Familie überdecken.

Heimat aber kein Heim

Umay (Sibel Kekilli, bekannt aus der Fantasy-Serie Game of Thrones) ist 25 Jahre alt, Mutter des kleinen Cem (Nizam Schiller) und Ehefrau von Kemal (Ufuk Bayraktar). Geboren und aufgewachsen ist Umay, nun jedoch wohnt sie im großen Kreis der Familie ihres Mannes in Istanbul. Doch sie will zurück. Der herrschsüchtige Kemal behandelt sie und das Kind schlecht, schlägt sie und sperrt sie ein. Zu allem Überfluss ist Umay erneut schwanger, doch treibt sie das Kind ab und will die Flucht zurück nach Berlin nun nicht mehr aufschieben. Ohne sich zu verabschieden, reist sie gemeinsam mit Cem ab. Zuerst ist die Familie größtenteils erfreut über den Besuch. Die Eltern Kader (Settar Tanriögen) und Halime (Derya Alabora) sowie die Brüder Acar (Serhad Can), Mehmet (Tamer Yigit) und die Schwester Rana (Almila Bagriacik) empfangen die junge Mutter und ihren Sohn freundlich, doch als sie den Grund für den spontanen Besuch erfahren, kippt die Stimmung schlagartig. Die Tatsache, dass Umay ihren Mann verlassen hat und Cem ohne Vater aufwachsen soll, ist für die türkische Familie nicht hinnehmbar. Um die Schande zu vermeiden, drängt der Vater Umay zur Rückkehr zu ihrem Mann. Diese weigert sich und verbrennt gar ihren türkischen Pass, was die Mutter gar mit einer Ohrfeige quittiert.

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